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"Am Anfang war der Kern des Heilens tiefes Horchen."

                                                                             Michael Shea

Das gesunde menschliche „System“ aus Körper, Seele und Geist ist dafür ausgelegt, Kräfte zu mobilisieren um agieren und reagieren zu können. Und dann auch wieder zur Ruhe zu finden, um sich zu regenerieren und den Energiespeicher wieder aufzuladen.

Wachstum/Kreativität und Ruhe/Selbstheilung entstehen im Erleben von Sicherheit, in der Verbundenheit mit uns selbst und im angemessenen Kontakt mit der Umgebung.

Das Leben stellt uns vor angenehme und auch unangenehme Herausforderungen! Daher ist es existenziell wichtig, daß wir damit umgehen, davon lernen und daran wachsen können.

Bestenfalls entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Entlastung, zwischen Aktion und Ruhe, hoch- und runterfahren. Ein pulsierendes Leben.

Die Orientierung, wie wir auf die bestmögliche Art mit einer Situation umgehen und wann wir Ruhepausen brauchen, kriegen wir, wenn wir uns selber erleben und fühlen und gleichzeitig im Kontakt mit der Umgebung sein können.

Erlebnisse, in denen wir uns überwältigt und handlungsunfähig erlebt haben, bringen uns als einzige Handlungsmöglichkeit dazu, uns von uns selber abzuschneiden. Das hat uns überleben, das ganze überstehen lassen.

Bleiben wir danach abgeschnitten von Selbstmitgefühl und Handlungskaft, dann leiden wir und auch auf körperlicher Ebene spiegelt sich das wider.

Sich dann wieder sich selbst zu zuwenden, und damit mit all den schlechten Gefühlen und Empfindungen, die wir vermeiden wollen, in Kontakt zu kommen, kann sehr herausfordernd und anstrengend sein.

Es bedeutet jedoch auch, sich wieder mit seiner Lebensenergie zu verbinden, Klarheit und Orientierung zu finden, Vertrauen zu entwickeln, selbstbemächtigt und selbstverantwortlich handeln zu können.

… und letztendlich auch Vertrauen zu unserem Körper aufbauen und zu Kräften kommen zu können.

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Körpertherapie
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Traumasensible Körpertherapie/Physiotherapie

 

… wie funktioniert das? Wie läuft das ab? Was passiert da?

Die übliche physiotherapeutische Therapie fokussiert sich auf die Behandlung der Symptome. Plakativ beschrieben sieht dann der Ablauf etwa wie folgt aus: Nach einer mehr oder weniger ausführlichen Aufnahme der Krankheitsgeschichte folgt das „Freimachen“, damit eine genaue Untersuchung möglich ist. Danach liegen die entblößten Patient:innen oft auf der Behandlungsliege und werden manuell behandelt oder machen Übungen. Meistens wird während dessen über alles Mögliche geklönt oder man regt sich gemeinsam über die Politik, das Klima oder Fußball auf. Im besten Fall sind dann die Beschwerden gelindert und die Patient:innen wieder in der Lage im Alltag zu funktionieren.

Traumatisierte Menschen haben die Erfahrung von Überwältigung, Ohnmacht und Hilflosigkeit gemacht. Um damit im Leben klarzukommen, entwickeln viele Betroffene unbewußte Strategien wie z.B. Verdrängen, Auf-taub-stellen, Abspalten, Dissoziieren, Sich-nicht-fühlen … Sie nehmen unter Umständen ihren Körper und seine Signale nur noch wenig oder gar nicht mehr wahr bzw. erst dann wieder, wenn die Symptome (z.B. Schmerzen) unerträglich sind.

Bei der traumasensiblen Körpertherapie in meiner Praxis wenden wir uns gemeinsam, langsam und behutsam dem Körpersystem zu und achten darauf, daß keine Grenzen gewohnheitsgemäß mißachtet und übergangen werden. Das Ziel ist es, daß Sie Ihren eigenen Körper fühlen, lesen und deuten lernen, um sich selbst kennenzulernen, sich selbst zu verstehen, sich selbst näher zu kommen. Sie lernen Ihrem Körper Stück für Stück mehr zu vertrauen und finden so den Weg zu sich selbst, zu Ihrer Selbstwirksamkeit und Entscheidungsfreiheit.

Das kann z.B. zunächst im Gespräch passieren, bei dem wir uns einander gegenübersitzen. Erkundend wie es Ihnen geht, wenn Sie mir Teile Ihrer persönlichen Krankheitsgeschichte erzählen. Wie erleben Sie sich, wenn Sie das erste Mal in meiner Praxis sind? Wie atmen Sie? Wie hoch ist Ihre Anspannung? Erkunden können wir ebenfalls im Stehen, im Gehen und natürlich auch im Liegen. In welcher Ausgangsposition fühlen Sie sich in diesem Moment am sichersten oder am kraftvollsten? Erhöht oder senkt sich Ihre Körperspannung, wenn ich Ihnen eine Hand an die Schulter lege? Empfinden Sie das als angenehm oder unangenehm? Es gibt viele Übungen, die Sie unterstützen können, sich selbst besser kennenzulernen.

Fazit: kommt der traumatherapeutische Aspekt zur Körpertherapie hinzu, wird sich der Ablauf wahrscheinlich sehr von der herkömmlichen Physiotherapie unterscheiden.

Der Fokus liegt nicht darauf Symptome/Beschwerden zu beseitigen, sondern sich dem eigenen Körper zu zuwenden, durch das Verstehen Orientierung zu erhalten und damit zu einem selbstbemächtigten Leben und angemessenen Umgang mit den Lebenskräften zu finden.

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